Ein Gespräch mit Herrn Mag. Helmut Langegger, Direktor des BG/BRG XV (Diefenbach Gymnasium)

Bei diesem Jus-Aufnahmetest wird gefordert, zu zeigen, dass man wie ein/e JuristIn denken kann. So sind auch die Fragen aufgebaut. Man muss zeigen, dass man eigenständig Problemlösungsstrategien entwickeln kann. Ist das etwas, was im Unterricht einer AHS geschult wird, egal in welchem Fach?

Herr Mag. Langegger: Es gibt hierzu das große Schlagwort: Kompetenzorientierung – das heißt, man muss zwar Wissen reproduzieren können, aber letztendlich muss man mit dem Wissen, das man sich angeeignet hat arbeiten können. Vernetztes Denken wird gefragt, das ist sozusagen die Grundkonzeption des modernen Unterrichts. Letztendlich bildet sich das dann auch in den Aufgabenstellungen für die Matura ab, die eine kompetenzorientierte Reifeprüfung ist. Deshalb gibt es ja die großen Probleme in Mathematik, weil du lernst etwas, aber es reicht nicht, es zu reproduzieren, sondern du musst es praktisch wie ein „Rätsel“ lösen. Man muss also mit dem Wissen arbeiten können, dass während der Schulzeit erworben wurde und das macht es so schwierig für manche. – Also es wird geschult, es wird hingeführt, aber es macht immer noch große Probleme.

Im Teil B des Aufnahmetest an der Universität Wien geht es vor allem um Textverständnis und logisches Denken. Was würden Sie SchülerInnen empfehlen, wie sie sich am besten auf diese Anforderungen vorbereiten sollen?

Herr Mag. Langegger: Eine gute Methode zur Vorbereitung ist der Aufbau der Textkompetenz. Das fängt damit an, dass man einmal wie ein/e JuristIn lesen lernt. Da ist viel Techniksache dabei und viel Entwicklung im Gehirn und von den Augen her. Weiters macht es Sinn, sich eine Strategie zu überlegen, wie ich die Beantwortung von Fragen bzw. die Entwicklung von Lösungen angehe. Das spart Zeit und schafft Raum zum „Nachdenken“. Letztlich ist es wie bei vielen Dingen Übungssache. Denn eines muss jeder/m angehenden JuristIn klar sein, das Werkzeug der JuristInnen ist die Sprache. Diese gekonnt einzusetzen bedarf vieler Fähigkeiten, die im Schulalltag nur bedingt trainiert werden können.

Gibt es aus Ihrer Sicht irgendetwas, was Sie den SchülerInnen mitgeben wollen, um sich auf einen Einstiegstest vorzubereiten?

Herr Mag. Langegger: Da kann man nur das sagen, was man immer sagen kann, wenn es um irgendwelche Überprüfungen geht. Dass man ganz sich einfach möglichst gut mit dem Test an sich vertraut macht, dass man überhaupt weiß, wie läuft das ab. Wie sind sozusagen die Modalitäten des Tests. Das ist ganz, ganz wichtig, dass man das im Vorfeld weiß und auch übt. Und dann ganz einfach nur das entsprechende Material besorgen und bestmöglich durcharbeiten.